dietrich; 85; rentner;
der dietrich ist in frankfurt an der oder aufgewachsen
und kam 1945 nach dem krieg nach berlin.
seither lebt er nun in treptow. gerade war er eine tante
am prenzlauerberg besuchen, die feierte ihren 99er.
er liebt berlin, “die stadt macht eine tolle entwicklung,
sei es kulturell oder im sport – das freut uns!”
er drückt union berlin die daumen, aber auch der hertha.
“die heutige ellbogengesellschaft des kapitalismus gefällt
uns aber nicht so – früher gab’s hausgemeinschaften, da hat
sich jeder geholfen – das ist leider zum großteil alles verschwunden.”
edgar; 86; rentner;
“ich bin ein wilder 86er und oben mit dem Mund
kann ich noch alles!”
der edgar ist rixdorfer und zwar seit 78 jahren.
er lebt auch immer noch in der selben wohnung.
berlin liebt er und besonders verbunden fühlt er sich
mit dem roten rathaus, dort hat er lange als stadtinspektor
gearbeitet. die vielen seen rundherum sind für den
begnadeten segler natürlich balsam für die seele.
renate; 66; rentnerin;
seit 1972 lebt die gebürtige bremerin in berlin
und die letzten 14 jahre hat sie nördlich des tiergarten
verbracht. “berlin ist nicht mehr meine welt!”,
sagt die renate resolut und in einem jahr geht’s zurück
nach bremen. “in meinem kiez gibt’s so viele alkoholiker
und kriminelle, die leute sind verkrampft,
früher war es einfacher leute kennen zu lernen!”
eigentlich mag sie nur noch die spree und die parks hier,
sie ist in der natur aufgewachsen und freut sich auf
die reise zurück!
luzia; 71; rentnerin;
von neukölln nach köln. seit 30 jahre lebt
die luzia nun schon am rhein. berufliche gründe waren’s
die sie dort hin verschlagen hat, und vermissen tut sie
ihre alte heimat berlin auch nicht.
“die kölner sind aufgeschlossener, aber hier zum beispiel
in der karl marx allee sieht man so viele alte leute
mit hängenden gesichtern. vielleicht ist das wegen
dem karneval auch anders…”
am besten gefallen tut’s der luzia dann eigentlich nur
in der friedrichstraße.
manfred; 78; rentner;
der manfred ist eigentlich aus hamburg,
und vor 15 jahren wegen einer frau in berlin gelandet.
in der alten heimat hat er natürlich auch viele
freunde, deswegen ist er immer 3 tage hier und 3 tage dort.
herausragend in berlin findet er das kulturelle angebot:
groß, gut, felxibel.
nerven tut ihn nix: “ich hab die ruhe weg!”
siegfried; 85; rentner;
der siegfried ist im damaligen ostpreußen geboren,
und 1929 nach berlin übersiedelt.
all die jahrzehnte lebte er hier und was er am meisten
mag: die leute, wie sie untereinander so sind,
nämlich kumpelhaft und hilfsbereit.
dass die stadt so grün ist, wie keine andere,
findet der siegfried natürlich auch toll.
was ihn nervt: es gibt einfach zu viele hunde…
jürgen; 57; rentner;
dem jürgen gefällt alles an berlin und würde ihm was auf
die nerven gehen, würde er’s schon sagen.
am liebsten geht er mit seinem hund sparzieren,
besucht seine mutter im pflegeheim oder sitzt am alex.
am fernsehturm war der jürgen jedoch noch nie oben.
das kann er sich bei seiner rente und bißchen flaschensammeln
nicht leisten.
n’djogou; 52; arbeitslos;
francisoe; 62; rentner;
die beiden mögen senegal, fühlen sich wohl hier.
natürlich gibt es aber viele probleme, generell in afrika.
und viele davon sind das resultat der grenzen, die
die europäer hier hinterlassen haben, sagen sie.
gleiche ethnische gruppen leben verstreut in unterschiedlichen ländern.
“ich mag keine grenzen! man wusste hier gar nicht was grenzen sind.”
sagt der francisoe. in berlin waren die beiden noch nie.
gisela; 60; rentnerin;
die gebürtige mainzerin lebt seit 50 jahren in tempelhof.
in der zeit hat sich viel verändert.
“…alles verschruddert hier, so wie in neukölln.
früher war’s hier viel sauberer! da war auch woolworth
noch richtig schön, das war eine anlaufstelle,
da hat man sich zum bummeln getroffen. jetzt ist
dort alles billig und ramsch, obwohl ich billig super finde,
ich liebe kik, ist dieser verfall schon schlimm!”
wünschen würd sie sich auch, dass es mehr freizeitangebote
geben würde, eine minigolfanlage zum beispiel.
nichtsdestotrotz liebt sie ihr tempelhof und versichert
mir, dass sie auch hier sterben will, werde.
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bogomil; 69; rentner;
“ich bin 100% glücklich in berlin! es gibt menschen
von vielen ländern hier, es kann ruhig sein und laut,
und es gibt keine verbrechen, noch nicht.”
der gebürtige bulgare ist seit 1987 berliner.
einen rat für alle jungen zugereisten möchte
er unbedingt loswerden: “…die sprache zu lernen
ist das wichtigste!”
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