Currently viewing the tag: "rentnerIn"

berlin, neukölln, portrait

gisela; 78; rentnerin;
die gisela ist eine urneuköllnerin. nur während des kriegs lebte sie mit ihrer familie in niedersachsen. ihr lieblingsort ist der körnerpark. “es gibt keinen grund von hier wegzuziehen, ich habe fast mein ganzes leben hier verbracht, viele bekannte, ja mein ganzes umfeld lebt hier. das ist mein kiez!” von der offenheit und direktheit der berliner ist sie immer hin und weg, die niedersachsen sind viel sturer meint sie zum beispiel.
aus der ruhe bringt sie nur selten etwas, das sind dann meist nur kleinigkeiten, wie beschmierte hauswände: “…wenn schön und es was bedeutet ist das ja ok, aber oft sind das halt nur so kritzeleien.”

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berlin, ruth, nürnberg, neukölln

ruth; 60; rentnerin;
mit 6 jahren, 1962, kam ruth mit ihren eltern nach berlin.
sie lebten zuvor in nürnberg – der vater war regierungsdirektor und wurde in die hauptstadt versetzt. in steglitz hatte sie eine tolle kindheit und jugend genossen, wenngleich darauf ein 20 jähriges intermezzo in schleswig-holstein folgte. seit 2002 ist sie wieder in berlin, genau genommen hat die ruth eine wohnung in der weißen siedlung in neukölln gefunden.
nur fühlt sie sich seit der rückkehr immer weniger wohl hier, vor allem in den letzten 5 jahren hat sich vieles zum nachteil verändert. “die leute hier im haus, die ich am anfang kennen gelernt hatte, sind fast alle weg. diejenigen die hartz4 bekamen mussten in die gropiusstadt oder nach britz ziehen, weil hier die wohnungen zu groß waren. mit den neuen nachbarn gibt es viele probleme – komasaufen, fast täglich ist die polizei hier, jugendgangs die schutzgeld verlangen!”
am anfang hatten sie in der siedlung noch feste und flohmärkte veranstaltet und es gab ein miteinander. das existiert jedoch nicht mehr. das gebäude hatte auch früher der stadt gehört, die hat es dann verkauft: “alles verlottert hier, niemand kümmert sich um etwas.”
trotz dieser tristesse ist sie guten mutes und ist froh über die gesellschaft ihres wellensittichs und hundes – ihr bruder wohnt auch nicht weit weg – aber einen plan für die zukunft hat sie schon: im fernsehen hat sie etwas über eine senioren-wg auf einem bauernhof am land gesehen, da hat sie sich jetzt um ein zimmer beworben, dort will sie hin.

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berlin, jürgen, lübeck, dahlem dorf, münchen

jürgen; 70; rentner;
“berlin ist eigentlich eine katastrophe!”, sagt der jürgen bißchen resignierend. recht glücklich ist er hier nicht. die unendlichen baustellen und der dreck nerven ihn gewaltig, aber es gebe auch schöne ecken – wie dahlem-dorf zum beispiel.
in münchen hat der jürgen mal gelebt – das war besser – aber seine familie hat ihn wieder hier her zurückgebracht.
“…und was passiert jetzt mit dem foto? dass das bloß nicht auf irgendwelchen internet sexseiten landet!”

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berlin, helga, wilmersdorf

helga; 70; hausfrau und rentnerin;
die helga wurde im brandenburgischen prignitz geboren. 1945 zog sie mit ihren eltern nach niedersachsen und seit 18 jahren lebt sie in wilmersdorf. ihr mann hatte beruflich hier viel zu tun, deswegen berlin.
sie schätzt das kulturelle angebot sehr, und auch wenn sie münchen gern mag, ist ihr das unkomplizierte hier lieber. “die berliner sind aber schon sehr ruppig, am anfang war das nervig, aber man gewöhnt sich dran und jetzt finde ich das liebenswert – man lernt ja auch schnell die richtigen antworten zu geben!”

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lydia, zürich, exkursion, portrait

lydia; 75; rentnerin;
die lydia hat ihr halbes leben in zürich verbracht.
vor 5 jahren ist sie und ihr mann nach ungarn gezogen, vor allem weil es hier zu teuer ist und die beiden von der rente besser leben wollen. sie ist sehr glücklich dort!
zu berlin hat sie eine ganz besondere und schmerzhafte beziehung.
eigentlich ist die lydia in ostpreußen geboren, musste fliehen und kam 1945 nach berlin, wo sie am anhalter bahnhof durch die bombenangriffe verschüttet wurde. traumatisiert kommt sie erst monate später wieder zu sich, im bayrischen wald. zusammen mit ihren eltern emigrierte sie in die schweiz. über die furchtbaren dinge hatte man danach nie mehr gesprochen.

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zürich, exkursion

franco; 86; rentner;
der berlinbezug wird sofort hergestellt, denn der franco wurde an der spree geboren! aufgewachsen ist er jedoch gleich in basel und seit 1967 ist zürich sein zuhause.
er ist auch recht glücklich hier: “zürich ist eine kleine, überschaubare stadt. man ist auch gleich draußen in der natur!” was ihm etwas fehlt, ist der humor der leute. der sei in basel ausgeprägert als hier.
in seine geburtsstadt kommt er hin und wieder zurück um seinen sohn zu besuchen, der im prenzlauer berg wohnt. er mag berlin, aber dort wohnen? das kann er sich nicht vorstellen.

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berlin, staaken, kersten, spandau

kersten; 51; frührentner;
staaken ist dem kersten seine heimat. hier ist er aufgewachsen und vor 3 jahren wieder zurückgekehrt. “es ist gediegen hier und man kann ohne geld zu haben gleich in der natur sein, eine ruhige ecke!”
genau das hat er wieder gesucht, nachdem er berlin 20 jahre lang nachts erlebt hat.
nach der wende hat er überall mal gewohnt und den einen oder anderen blödsinn gemacht. niemals vergessen wird der kersten den 9. november: “da sind wir sofort raus aus der disco und zur bornholmer gefahren. dieses feeling habe ich nicht wieder erlebt!”

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berlin, staaken, manfred, portrait, spandau

klaus; 62; rentner;
der klaus ist ur-spandauer. seit jeher lebt er in seinem staaken kiez.
“für einen rentner, wie mich, der eine körperliche behinderung hat, ist es optimal hier: alles hat man in der nähe und es ist überschaubar.”
an berlin schätzt er, dass es in vielen dingen unangepasst ist und ein unendliches kulturelles angebot bietet. “das gefühl alles zu haben, auch wenn man es nicht nützt, ist schön, wenn man will kann man ja, immer.”

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berlin, pankow, manfred, portrait

manfred; 73; rentner;
der manfred ist gebürtiger hallenser und seit 1985 ist berlin sein zu hause.
er war buchdrucker und in berlin gab es viel zu tun.
die öffentlichen verkehrsmittel findet er gut und man kann gut und günstig einkaufen.
den bürgermeister kann der manfred aber gar nicht leiden.
“wir brauchen jemanden der konstruktiv was weiter bringt und nicht einen der mit dem arsch am stuhl klebt – die party ist zu ende!”
auch dass in der ddr nicht alles mist war möchte er noch los werden: “wir wussten damals was morgen passiert, heute weiß man das nicht mehr und es gab eine ganz andere gemeinschaft. die leute haben sich gegenseitig viel mehr geholfen. bei einem hatten sie damals auf jeden fall recht, dass der kapitalismus böse ist!”

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berlin, wilmersdorf, karl, portrait

karl; 92; rentner;
“das ist meine geburtsstadt, hier habe ich gearbeitet und mein leben verbracht: ich will nirgendwo anders hin!” der karl ist in charlottenburg aufgewachsen und jetzt lebt er in wilmersdorf.
früher war er immer mit dem fahrrad unterwegs, jetzt fährt er mit den öffentlichen verkehrsmitteln: “das klappt auch verhältnismässig gut”, sagt er.
urlaub macht der karl auch gern – nordsee, ostsee, westerwald, österreich und so weiter – aber er freut sich dann immer schon wieder auf’s nachhause kommen!
was ihm an berlin nicht gefällt: wenn autos angezündet werden und die verschmutzung.

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