Currently viewing the tag: "rentnerIn"

berlin, köpenick, hannelore

hannelore; 70; rentnerin;
die hannelore ist urköpenickerin und lebt seit über 40 jahren im salvador allende viertel.
sie liebt ihre ecke hier:”es ist grün, ruhig, man ist nah am wasser und man kennt sich. die köpenicker sind generell nicht ganz so schneuzig, einfach etwas gelassener.”
wenn sie mal raus will, fährt sie gern am wittenbergplatz oder geht am ku’damm schlawenzeln.

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berlin, köpenick, ursula

ursula; 72; rentnerin;
die ursula genießt seit 10 jahren ihre rente. vorher hat sie als berufssoldatin in der küche gearbeitet, “mädchen für alles”, und nach der wende in einem ausbildungsbetrieb. “wir mussten oft für 1000 leute kochen und man war immer von jungen leuten umgeben. da wurde einem nie langweilig. das war toll.”
an berlin schätzt sie das kulturangebot und dass man ohne auto klar kommt.
“die berliner jammern oft, wenn sich nur eine kleinigkeit in ihrem alltag verändert. man muss sich kalt damit konfrontieren und beschäftigen, dann ist das halb so schlimm – immer was gutes aus einer schlechten situation machen und nicht von vornherein griesgrämig in den tag spazieren!”

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berlin, köpenick, annemarie

annemarie; 80; rentnerin;
die annemarie kam 1935 zur welt und mit grad 3 jahren zog sie mit ihren eltern nach berlin – ihr vater hatte hier arbeit gefunden. sie war von anfang an in köpenick zu hause und hat als laborantin an der akademie der wissenschaften gearbeitet. eigentlich ist sie jetzt immer hier in ihrem kiez, früher ist sie aber auch manchmal mit der bahn nach potsdam gefahren. “ich habe alles hier was ich brauche – grad bin ich auf dem weg zum herzsport!” die annemarie ist glücklich, dass sie hier alt werden kann. “alles ist in ordnung, jo!”

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berlin, heinz, stralau

heinz; 81; rentner;
der heinz wurde in breslau geboren. 1964 zog es ihn der arbeit wegen nach ost-berlin und war als verwaltungsangestellter tätig. jetzt lebt er seit fast 20 jahren auf stralau und genießt die lage am wasser und die ruhe. “die veränderungen der stadt sehe ich positiv, die bringen viel arbeit mit sich und es werden interessante sachen gebaut. leider entstehen aber sehr viele eigentumswohnungen, die dann teuer weitervermietet werden und den mietspiegel rasant erhöhen!” eines seiner schönsten erlebnisse in berlin war die geburt deren sohnes und er ist auch recht froh, dass er noch in der ddr aufgewachsen ist. “wir sind damals fast jede woche in den tierpark gegangen – heute könnte man sich das nicht mehr leisten. die freizeitangebote waren toll für die kinder. wir waren auch mindestens einmal pro monat in der oper, aber das ist natürlich auch nicht mehr möglich. kultur gab es eben nicht nur für eliten.”

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berlin, marianne, friedrichsfelde

marianne; 83; rentnerin;
in 83 jahren von weißensee nach friedrichsfelde. die urberlinerin ist einfach ihren kindern hinterher gezogen. jetzt hat sie noch immer ihre lieben in der nähe und die fahrverbindungen und geschäfte hier im kiez findet sie klasse. “haut alles hin!”

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berlin, neukölln, portrait

gisela; 78; rentnerin;
die gisela ist eine urneuköllnerin. nur während des kriegs lebte sie mit ihrer familie in niedersachsen. ihr lieblingsort ist der körnerpark. “es gibt keinen grund von hier wegzuziehen, ich habe fast mein ganzes leben hier verbracht, viele bekannte, ja mein ganzes umfeld lebt hier. das ist mein kiez!” von der offenheit und direktheit der berliner ist sie immer hin und weg, die niedersachsen sind viel sturer meint sie zum beispiel.
aus der ruhe bringt sie nur selten etwas, das sind dann meist nur kleinigkeiten, wie beschmierte hauswände: “…wenn schön und es was bedeutet ist das ja ok, aber oft sind das halt nur so kritzeleien.”

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berlin, ruth, nürnberg, neukölln

ruth; 60; rentnerin;
mit 6 jahren, 1962, kam ruth mit ihren eltern nach berlin.
sie lebten zuvor in nürnberg – der vater war regierungsdirektor und wurde in die hauptstadt versetzt. in steglitz hatte sie eine tolle kindheit und jugend genossen, wenngleich darauf ein 20 jähriges intermezzo in schleswig-holstein folgte. seit 2002 ist sie wieder in berlin, genau genommen hat die ruth eine wohnung in der weißen siedlung in neukölln gefunden.
nur fühlt sie sich seit der rückkehr immer weniger wohl hier, vor allem in den letzten 5 jahren hat sich vieles zum nachteil verändert. “die leute hier im haus, die ich am anfang kennen gelernt hatte, sind fast alle weg. diejenigen die hartz4 bekamen mussten in die gropiusstadt oder nach britz ziehen, weil hier die wohnungen zu groß waren. mit den neuen nachbarn gibt es viele probleme – komasaufen, fast täglich ist die polizei hier, jugendgangs die schutzgeld verlangen!”
am anfang hatten sie in der siedlung noch feste und flohmärkte veranstaltet und es gab ein miteinander. das existiert jedoch nicht mehr. das gebäude hatte auch früher der stadt gehört, die hat es dann verkauft: “alles verlottert hier, niemand kümmert sich um etwas.”
trotz dieser tristesse ist sie guten mutes und ist froh über die gesellschaft ihres wellensittichs und hundes – ihr bruder wohnt auch nicht weit weg – aber einen plan für die zukunft hat sie schon: im fernsehen hat sie etwas über eine senioren-wg auf einem bauernhof am land gesehen, da hat sie sich jetzt um ein zimmer beworben, dort will sie hin.

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berlin, jürgen, lübeck, dahlem dorf, münchen

jürgen; 70; rentner;
“berlin ist eigentlich eine katastrophe!”, sagt der jürgen bißchen resignierend. recht glücklich ist er hier nicht. die unendlichen baustellen und der dreck nerven ihn gewaltig, aber es gebe auch schöne ecken – wie dahlem-dorf zum beispiel.
in münchen hat der jürgen mal gelebt – das war besser – aber seine familie hat ihn wieder hier her zurückgebracht.
“…und was passiert jetzt mit dem foto? dass das bloß nicht auf irgendwelchen internet sexseiten landet!”

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berlin, helga, wilmersdorf

helga; 70; hausfrau und rentnerin;
die helga wurde im brandenburgischen prignitz geboren. 1945 zog sie mit ihren eltern nach niedersachsen und seit 18 jahren lebt sie in wilmersdorf. ihr mann hatte beruflich hier viel zu tun, deswegen berlin.
sie schätzt das kulturelle angebot sehr, und auch wenn sie münchen gern mag, ist ihr das unkomplizierte hier lieber. “die berliner sind aber schon sehr ruppig, am anfang war das nervig, aber man gewöhnt sich dran und jetzt finde ich das liebenswert – man lernt ja auch schnell die richtigen antworten zu geben!”

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lydia, zürich, exkursion, portrait

lydia; 75; rentnerin;
die lydia hat ihr halbes leben in zürich verbracht.
vor 5 jahren ist sie und ihr mann nach ungarn gezogen, vor allem weil es hier zu teuer ist und die beiden von der rente besser leben wollen. sie ist sehr glücklich dort!
zu berlin hat sie eine ganz besondere und schmerzhafte beziehung.
eigentlich ist die lydia in ostpreußen geboren, musste fliehen und kam 1945 nach berlin, wo sie am anhalter bahnhof durch die bombenangriffe verschüttet wurde. traumatisiert kommt sie erst monate später wieder zu sich, im bayrischen wald. zusammen mit ihren eltern emigrierte sie in die schweiz. über die furchtbaren dinge hatte man danach nie mehr gesprochen.

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