berlin – die elisabeth

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elisabeth; 82; rentnerin; bartastraße; 23.2.2021;
“ich bin eine gebürtige ungarin und lebe seit 1966 in rixdorf, immer in der gleichen wohnung. mein mann ist ostberliner und wir hatten uns damals in duisburg kennen gelernt. der hatte da in den schornsteinen geackert, sie innen sauber gemacht und sich selbst eine asbestlunge geholt. dann war schluss und wir sind eben gemeinsam nach berlin. wir passen gut auf uns auf. die letzten monate haben wir auch ganz passabel überstanden. wir hoffen halt, dass es bald vorbei ist. wir haben einen kleinen garten hier in der nähe, da können wir uns um die blumen dann kümmern, gemüse setzen, das ist natürlich auch ein lichtblick. immer nur in der wohnung zu sitzen, da wird man ja auch verrückt. eine impfeinladung hab ich zum glück schon bekommen, aber mein termin wurde jetzt auf märz verschoben. anscheinend ist der impfstoff wieder ausgegangen. ich hatte dazu auch einen 4-seitigen fragebogen bekommen, damit war ich schon überfordert. da fängst du an zu lesen und am ende hat man schon wieder vergessen was am anfang gestanden ist. zum glück hab ich da meinen mann, der mir bei solchen sachen hilft. alleine würd ich das nicht schaffen. er selbst wartet noch auf die einladung, ist ja aber auch schon über 80. der termin wird sicher bald kommen, vielleicht dann auch im märz, dann können wir gleich gemeinsam ins impfzentrum fahren und uns ein taxi teilen.”