berlin – die rike und die alma

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rike; 34; anthropologin; alma; 6; schülerin;
kirchgasse; 22.2.2021;
“wir waren jetzt seit lockdown beginn über drei monate bei meinen eltern, und wir sind schon auch froh, dass die schule ab heute wieder offen ist. alma ist auch ganz aufgeregt. es ist schon etwas eng geworden zu hause und so haben wir beide immerhin mal täglich wieder drei stunden zeit für uns selbst. aber prinzipiell ging’s uns sehr gut. ich bin sowieso mit leib und seele mutter, und je mehr zeit wir miteinander verbringen können, desto schöner ist es. eigentlich bin ich grad richtig dankbar dafür, dass wir soviel zeit zusammen haben. wir mussten halt unseren alltag neu strukturieren, aber das ging alles ganz gut und schnell. wir haben viel handarbeit gemacht, beschäftigungen gesucht die uns verbinden… viel gemalt, gebacken, gestrickt, spazieren gegangen.
wir haben uns schon sehr beschränkt. alma hat ihre freunde aus der kita seit märz nicht mehr gesehen, konnte ihren abschied dort gar nicht feiern. praktisch eine handvoll freunde so einfach verloren. am meisten fehlen sowieso unsere freunde, und sie mal richtig umarmen. jemanden bedenkenlos zu umarmen, das ist so besonders, das fällt einem jetzt erst so richtig auf. generell diese körperlichkeit und anderen menschen nahe zu sein.”