berlin – der joel

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joel; 36; arzt; niemetzstraße; 13.2.2021;
“ich wurde in kapstadt geboren und bin aber schon als kind mit meinen eltern nach deutschland gekommen. nach stationen in hamburg und göttingen, darf ich mich seit 10 jahren als neuköllner bezeichnen.
mit der aktuellen situation komm ich langsam besser klar, gleichzeitig je länger es dauert desto zäher und mühsamer wird es, noch dazu mit dem wintereinbruch. im krankenhaus ist es zwar grad etwas ruhiger, aber die nächste welle droht schon zu kommen. wir sind gespannt und auch ermüdet. am ende bleibt einfach nur die arbeit, und wenn man die wenigen freien tage nicht nutzen kann, keine sozialen kontakte haben kann, dann ist das natürlich schwierig. ich bin ja selbst einem hohen risiko ausgesetzt, daher muss ich noch mehr darauf achten meine persönlichen kontakte einzuschränken. das war und ist nicht einfach. was soll ich sagen, wir hoffen einfach auf die impfung! ich finde auch, dass im moment zu viel kritisiert wird. kritik ist natürlich wichtig, aber wir sollten uns auch alle vor augen führen, dass wir hier einen sehr hohen versorgungsgrad haben, es keinen zusammenbruch des gesundheitssystem gegeben hat und uns auch einfach glücklich schätzen hier leben zu können.”