berlin – die eveline

eveline; 69; rentnerin;
“ich lebe seit 30 jahren in pankow. vorher war ich in mitte, wir hatten eine große wohnung, aber dort war’s nach der wende nicht mehr auszuhalten – viel zu hektisch, viel zu viel los. irgendwie hat sich alles verändert und ich muss schon sagen, dass mir an berlin im moment nicht mehr viel gefällt. alles ist rauer, unfreundlicher und anonymer geworden.
mit den neuen wessis die rübergezogen sind gab’s leider auch oft ärger. ein alter nachbar von uns hatte einen esel, hühner und sogar einen löwen – der führte früher eine zoohandlung an der eberswalder straße, und hatte den kleinen löwen vom zirkus bekommen, weil ihn die mutter verstoßen hatte, obwohl tiere ja generell zu ddr zeiten sehr beschränkt waren – naja auf jeden fall hat es nicht lange gedauert und die neuen nachbarn haben sich beschwert und schon mussten die tiere weg!”