simon; 26; student; prenzlauer berg; berlin, 2026

berlin – der simon

pieces of berlin

simon; 26; student; 4.8.2026; dietrich bonhoeffer straße;
“ich bin vor etwa sechs jahren für mein studium nach berlin gezogen. aufgewachsen bin ich in bayern, in einer kleinen stadt. berlin kannte ich aber schon als kind, weil ein teil meiner familie hier lebt. inzwischen ist die stadt mein lebensmittelpunkt und heimat geworden.

ich mag hier, dass man sein kann, wie man eben sein will. obwohl die stadt so groß ist, empfinde ich sie gar nicht so als anonym. wenn man seine leute hat, ist es hier sehr familiär. ich gehe außerdem sehr gerne laufen und finde, dass man dabei die vielfalt der stadt besonders gut erlebt: jeder kiez ist anders, plötzlich steht man vor prunkvollen häusern und ein paar straßen weiter sieht alles wieder völlig anders aus. dazu kommen das nachtleben und das riesige kulinarische angebot. hier wird es eigentlich nie langweilig.

was mich stört, ist der dreck überall. ich habe drei jahre am kotti gewohnt und dort natürlich auch viel mit drogenabhängigen menschen mitbekommen. berlin kann manchmal schon ziemlich kaputt und ein bisschen assi sein.

wenn ich in die zukunft schaue, macht mir vor allem sorgen, dass sich die menschen immer mehr spalten – arm und reich, tolerant und intolerant. alles teilt sich in lager auf. ich würde mir wünschen, dass die menschen wieder mehr für sich selbst denken und versuchen, einen objektiveren blick auf die dinge zu behalten. auch die klimakrise und die zunehmenden extreme spüre ich mittlerweile in berlin – besonders diese unerträgliche hitze im sommer, das macht angst!”

mein wunsch für berlin ist eigentlich ganz einfach: alle sollen glücklich sein.”