kerstin; 61; personalerIn; prenzlauer berg; berlin, 2026

berlin – die kerstin

pieces of berlin

kerstin; 61; personalerin; 26.5.2026; greifswalder straße;
“ich habe mein ganzes leben hier in prenzlauer berg gewohnt. zum glück wohne ich zwischen zwei parks, dem volkspark friedrichshain und dem anton-saefkow-park. das viele grün schätze ich sehr.

der prenzlauer berg hat sich über die jahre unwahrscheinlich verändert. die alten berliner werden immer weniger, dafür leben hier mittlerweile menschen aus allen möglichen ländern. das finde ich nicht unbedingt negativ, man lernt ja auch andere leute kennen. was ich aber sehr schade finde, ist, dass so viele kleine geschäfte verschwunden sind. früher gab es nähstuben, fahrradläden und textilgeschäfte, heute sieht man immer mehr barbershops, nagelstudios und casinos. die kleinen läden können sich wahrscheinlich die hohen mieten nicht mehr leisten. dieses gemütliche durch die straßen schlendern, hier mal ein geschäft, da mal ein café, das fehlt mir.

für berlin wünsche ich mir vor allem, dass nicht so viele bäume gefällt werden und die stadt grün bleibt. gerade bei uns wurde viel für angebliche feuerwehrzufahrten plattgemacht. ich habe auch schon enkelkinder, und meine enkeltochter freut sich, wenn ich mit ihr im park spazieren gehe.

außerdem wünsche ich mir mehr toleranz und freundlichkeit untereinander. die leute laufen oft mit ernsten gesichtern durch die straßen, schauen nur noch aufs handy, rempeln sich an und entschuldigen sich nicht. mir fehlt diese fröhlichkeit, diese positivität. gerade bei dem ganzen irrsinn, der in der welt passiert, finde ich das umso wichtiger. wenn man etwas globaler denkt, die verrohung macht mir wirklich sorgen!

ich bin mittlerweile aber in einem alter, in dem ich mir sage: ich bin gesund, habe einen job, eine wohnung, gesunde kinder und enkelkinder. allet schick!”