marion; 79; rentnerin; schöneberg; berlin, 2025

berlin – die marion

pieces of berlin

marion; 79; rentnerin; genthiner straße; 19.7.2025;
„ich komm ursprünglich aus düsseldorf. seit vier jahren lebe ich aber in berlin. vorher hatte ich die schönste wohnung der welt – blick auf den rhein, alles ruhig, alles schön. aber ich war allein. dann kam corona, die einsamkeit – und schließlich ein enkelkind in der ferne, das eigentlich schon mein urenkel sein könnte. da war klar: ich ziehe nach berlin.

seitdem bin ich hier, und ich habe es nie bereut. berlin fühlt sich an wie ein schnelles kettenkarussell – wild, aufregend, manchmal gefährlich, aber lebendig. morgens steig ich ein, abends steig ich aus. ich bin jeden tag unterwegs, zehn, zwölf kilometer mindestens, einfach um die stadt besser kennenzulernen. da ist noch so vieles, was ich machen möchte, aber ich muss mir eben auch meine kräfte einteilen. morgens ist die batterie noch voll, und die wird dann immer so etwas mehr abgebaut. und abends bin ich einfach alt und sitze vor der glotze. netflix und co.

klar, berlin hat auch seine hässlichen seiten – schmutz, armut, menschen, die durchs raster fallen. aber das blende ich aus. das positive überwiegt: meine kinder, meine enkel, das leben um mich herum. ich wünsche mir nur, dass es noch lange so weitergeht – mit genug kraft, um weiter mitzufahren auf diesem karussell.“