berlin – der ralf

ralf; 63; nachtwächter;
der ralf ist im prenzlauer berg aufgewachsen und seit 20 jahren in f’hain zuhause.
seine eltern und er waren nur kurz im westen vor der mauer, da die oma aber im osten geblieben ist, sind sie 1959 wieder zurück.
der ralf nennt sich schon “letzter mohikaner” in seinem kiez – entweder sind seine alten freunde schon verstorben oder mussten wegziehen wegen den steigenden mieten. “man kann sich das hier kaum noch leisten – vor allem für die rentner ist das ein großes problem, das ist ein wahnsinn wie mit denen umgegangen wird. alles ist nur noch kommerz, es geht nur ums geld!” für die zukunft erhofft er sich, dass wenigstens die grünanlagen bleiben werden, doch sein resignierender blick lässt nicht viel hoffnung vermuten.
über so manch zugezogenen muss der ralf sich auch ärgern: “es gibt da so einen bayern in meinem stammcafe um’s eck, der jammert ständig über die niedrigen löhne in berlin, und dass sie den ganzen osten saniert und wieder aufgebaut haben. da bekomm ich so einen hals! …dann soll er halt wieder abhauen, wenn es ihm hier nicht gefällt!”