berlin – der cengiz

cengiz; 54; arbeitet im spielcasino;
“das leben hier war immer schwer – immer schuften, miete bezahlen und am ende des monats blieb nicht viel über. ich bin 1972 mit meinen eltern tegel angekommen. typische gastarbeiter geschichte. die deutschen wollten uns haben, am flughafen wurden wir von einem orchester empfangen. geblieben bin ich aber immer der ausländer, hier in deutschland und genauso in der türkei, weil ich ja weggegangen bin. eigentlich sollt ich ein buch über mein leben schreiben, den titel wüsst ich schon: “der türke”, das würde sofort ein bestseller werden. ich hab soviel erlebt und auch mist gebaut, das würdest du mir gar nicht glauben, verrückt!
meine 4 kinder sind eigentlich das einzig schöne, das mir in meinem leben passiert ist! das, obwohl es ein resultat aus 22 jahre zwangsehe war. ich war damals ein hübscher kerl und hatte viele affairen. als ich sie nicht mehr sehen wollte, hat sie sich die pulsadern in meinem badezimmer aufgeschnitten! alles war voller blut, aber sie hat zum glück überlebt. sie hat zu mir gesagt, wenn ich sie verlasse, macht sie das wieder.”