claudia; 26; architekturstudentin;
die claudia ist in mitte zuhause…da ist immer was los,
das findet sie toll – auch, dass sich die stadt ständig
wandelt und viel gebaut wird.
sie ist happy – aber manchmal findet sie die leute in berlin
recht anstrengend und unfreundlich.
würde die claudia berlin verlassen, dann ab ins ausland,
in deutschland gäbe es keine alternative für sie.
marie josefine; 26; studentin;
in kaiserslautern geboren, für den bachelor nach jena
und seit september in berlin für den master.
in die hauptstadt ging’s aber auch der sozialen kontakte wegen.
sie schätzt das kulturelle angebot und, dass jeder kiez sehr
eigen, ja anders ist.
wohnen würde sie gern am prenzlauer berg, da gab’s aber keine
günstige wohnung mehr zu finden – nun ist es spandau geworden.
“auch gut – familienfreundlich – es gibt ja bald nachwuchs!”
simon; 26; student;
der simon wohnt in neukölln, seit 6 jahren ist er schon in berlin.
eigentlich kommt er aus schwaben, spricht aber nicht gern darüber.
was er an berlin mag: “es ist eine unfertige stadt mit rauen ecken,
jeder hat freiraum zur gestaltung. ausserdem mag ich die sehenswürdigkeiten:
alte menschen und merkwürdige menschen.”
was der simon nicht mag: “es gibt leute die die stadt fertig machen wollen
und die kanten abschleifen, das ist schade! und ausserdem:
die nazis in der brückenstraße!”
…eine internetseite hat er auch > http://trebuchetdemerde.tumblr.com/
der ahmet; 26; spätiverkäufer und musiker;
mit 6 jahren verließen seine familie und er ihr kleines
kurdisches dörfchen und emigrierten nach deutschland.
nach 2 jahren in einem pankower asylantenheim konnten
sie eine wohnung in f’hain beziehen und später in neukölln.
dort hatte ja auch ein bekannter den späti schon in betrieb.
das ganze wird zum familien-ding und mit frischen
19 jahren übernimmt der ahmet den laden, ak44!
wies zum Namen kam? da gibt’s mehrere theorien,
die 2 naheliegendsten wären:
ak für ahmet’s kiosk und 44 von der ehemaligen postleitzahl
hergeleitet, oder eine nahe ideologische verwandtschaft
zur berühmten ak47.
der laden ist rund um die uhr geöffnet, der kiosk des vertrauens
im kiez. die schichten teilt er sich mit freunden und seinen eltern.
das klientel sind fast ausnahmslos stammkunden,
die der ahmet alle beim namen kennt, und die geschichten
zu jeder person sowieso. die kunden jedoch haben sich auch
hier in den letzten jahren verändert. “früher hatten wir bänke
vorm laden, das war der soziale treffpunkt der assis.
die sind in der früh gekommen, pilsator gab’s für eine mark,
(kostet jetzt auch noch immer nur 50 cent) und am abend,
alle total besoffen, wurde immer wild gestritten. jeden tag
das gleiche. das waren die ersten, die verschwanden.
ein paar sind in talkshows immer wieder aufgetaucht
und ein paar ausnahmen gibt’s noch, die weiterhin dem
treibstoff pilsator wegen kommen, aber sich dann in den
s-bahnhof gegenüber verdrücken.”
die mieten steigen, es wird saniert, die “assis” weichen
den studenten, jungen künstlern usw und für die wiederum
wird es jetzt auch schon wieder hart, und die ersten, die
vor 5 jahren gekommen sind, müssen weg. “früher war berlin
ein mekka für jeden, was richtig günstiges zum wohnen
findest du nur noch zum beispiel in hellersdorf,
aber da will ja keiner hin!”
aber zurück zum spätialltag. der ahmet beschreibt seinen
laden gern als “auf die fresse kiosk”.
“wer keinen humor hat, braucht erst gar nicht kommen!”
zu seiner erfrischenden “ich-sage-immer, was-ich-denke-direktheit”
verschreckt er liebend gern schüchterne touris.
überzeugter spätimann ist er und glücklich obendrein,
aber auch neben seinem streben als heavy-metal-schlagzeuger
würde er am liebsten eigentlich formel 1 fahrer sein.
“schaun wir, was passiert, alles hat sich so entwickelt.
scheiß auf ziele!”
>>> kiosk ak44, saalestraße 39a
christian; 26; student;
david; 26; student;
die beiden stehen auf die anonymität im urbanen leben,
und am schönsten finden sie an berlin, dass es so sehr
abwechslungsreich ist. außerdem sagen sie ist die stadt
ein sprungbrett aus dem dreck. aus dem dreck wollen der
david und der christian nämlich raus, sich einen standard schaffen
und ins ausland gehen. die gebürtigen berliner warten auch
mit einer top 3 “gefällt mir gar nicht” rangliste auf.
3. “miethaie”
2. “betelnde zigeunerfrauen in tourigegenden, die auf englisch nach kohle fragen”
1. “würde die cdu die hauptstadt regieren”
ben; 26; künstler und touriguide;
donald; 26; assistant manager eines burgerladens;
rachel; 26; barfrau;
die 3 kommen allesamt von über dem teich und ihnen taugt
an berlin, dass immer was los ist. egal welcher wochentag,
leute sind unterwegs und machen was. das lässt sich für sie,
auch darauf zurück zuführen, dass alles recht billig ist,
im vergleich zu anderen metropolen. und ja, die parks, die
lassen sie entzücken: gemeinsam bierchen trinken und grillen in der sonne.
ein minus punkt fällt ihnen aber am ende noch ein: bürokratie,
ein hartes pflaster hier für zugezogene!
annemarie; 26; promoterin und model;
berlin ist annemaries heimat. alles was man braucht hat man
in der nähe, keine weiten mühsamen wege also!
obendrein gibts alles von hip bis trash, das macht die stadt aus,
findet sie, und wenn sich die annemarie zurückziehen will,
hat sie auch ihre ruhepole parat.
ärgern tut sie sich jedoch auch über einiges…vorallem über so manch
zugezogene aus dem südlicheren deutschland…”nach berlin kommen
und sich über sachen aufregen, die es hier schon lange gibt, und uns
berlinern sagen, dass wir ruhig sein sollen!”…das geht so nicht!
astrid; 26; praktikum beim bund für umwelt und naturschutz;
die astrid mag an berlin die vielfalt an menschen aus allen ecken der welt,
den vielen platz den man hier hat und vorallem dass die stadt draußen lebt,
wenn die sonne rauskommt.
wohnen tut sie in wedding und am liebsten ist sie im schillerpark.
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