hüseyin; 45; spätiverkäufer;
1993 kam der hüseyin nach berlin. “berlin ist multikulti!
so ist das! andere städte gefallen mir nicht!”
nach 13 jahren auf der baustelle ging’s gesundheitlich
einfach nicht mehr und so kam’s zu seinem “rigaer
getränke” späti. seit der eröffnung vor 5 jahren
hält er hier täglich die stellung, oft bis zu 17
stunden täglich, 7 tage die woche! …das waren dann
bis jetzt um den daumen geschätzt 37.376 stunden!
den letzten urlaub gab’s 2008 und seine 3 “teufelskinder”
würde er natürlich auch lieber öfter sehen.
der hüseyin ist sozusagen eine absolute kiezkonstante
für seine stammkunden…von denen er aber immer mehr verliert.
“viele können sich die mieten nicht mehr leisten und ziehen
an den stadtrand. das ist alles sehr traurig. alle netten
läden, die junge leute aufgezogen haben, sind weg.
es ist kein platz mehr für alternatives! zum glück gibt’s
noch die wagenburg gegenüber!”
seit dem die supermärkte ringsrum auch länger offen haben,
geht das geschäft schlechter. “große fische schlucken kleine,
das ist halt der kapitalismus…”
trotz allem ist er gern der späti und für seine stammkunden
vor ort und stelle, seine prognose ist aber eher düster,
sodass sich die negativen entwicklungen wie der
gentrifizierung seiner ecke wohl nicht aufhalten lassen…

>>> rigaer getränke, rigaerstraße 104

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