berlin – die tasija

tasija; 65; kellnerin;
“meine wurzeln liegen eigentlich in griechenland. mein vater war kommunist und musste nach dem zweiten weltkrieg das land verlassen, weil es für ihn dort zu gefährlich wurde. deswegen ging es nach polen wo ich aufgewachsen bin. das kleine dorf war aber nichts für mich, das hab ich schnell kapiert. ich wollte in die stadt, studieren,… als schwarzes schaf der familie bin ich so in berlin, in meiner neuen heimat, gelandet.
ich bin ja eine quatschtante und übers kellnern komm ich mit vielen leuten in kontakt. die meisten sind frustriert, denen gehts nicht gut. alle essen schnell in sich rein, trinkgeld gibts auch kaum, früher war das anders: die leute hatten mehr zeit, haben gelacht. ich glaube das liegt größtenteils an den katastrophalen gesetzen für arbeitnehmer. es gibt ja jetzt den mindestlohn, aber in der praxis sieht das ganz anders aus. mir selbst haben schon 3 chefs folgendes geantwortet: “du willst mindeslohn!? gefällt dir hier die arbeit denn nicht? dann such dir doch was anderes!””